| Dementia 04 schockt Zülpich |
| Dienstag, 12. Juni 2007 | |
Dementia 04 ist von den ersten Zülpicher Stadtmeisterschaften zurückgekehrt. Der Ausflug hat sich gelohnt: nicht nur zwei Pokale nahmen wir mit nach Hause - auch neue Freunde haben wir in Zülpich gefunden.
Lest bei uns, was die Demenz von den Erinnerungen an diesen Tag verschont hat und schaut in unsere Fotogalerie vom Turnier. Die Anreise gestaltete sich äußerst komfortabel. Die Schatzmeiserfrau erklärte sich bereit, den dementen Haufen in ganz NRW aufzulesen und nach Zülpich zu verfrachten. Zuerst luden wir den Vize ein. Er war an diesem Tag der Chef vom Dienst, da der Präsident unabkömmlich war. Natürlich freute sich der Vize auf diese Gelegenheit, seine Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen. Folgerichtig führte er direkt mal die Schatzmeiserfrau auf kürzestem Wege zum Zeremonienmeister. So konnte es weitergehen. Moni fieberte seinem ersten Turnierauftritt entgegen und gab die Parole des vor uns liegenden Tages aus: Pokale, Konfettikanone, Schampus, Gurkengläser. Gurkengläser? Ok, überredet. Also ab nach Solingen, das Altglas einsammeln. Auf dem Weg ins Bergische wurde der Vize schon etwas unruhig: mit noch ca. drölf Stunden Zeit bis zum Turnierbeginn wähnte er uns schon zu spät. Gas geben war also angesagt. In die allgemeine Hektik platzte der Schatzmeiser & Reiseleier mit einer Hiobsbotschaft. Nachdem er am Vortag die Legende verbreitet hatte, der Weg nach Zülpich führe über die legendäre Abfahrt 111 der A1 mußte er nun zurückrudern. Nun sollte die Schockautobahn schon eine Rampe früher verlassen werden. Die Enttäuschung war entsprechend groß. Einmal von der Autobahn runter kam die Delegation aus dem Staunen nicht mehr raus. Man durchfuhr das absolute Nichts. Weit und breit kein Zeichen von Zivilisation. Nur das Asphaltband, auf dem wir uns fortbewegten deutete an, dass hier schon einmal Menschen gewesen sein mußten. Nun schienen Vizes Befürchtungen doch wahr zu werden: würden wir pünktlich in Zülpich ankommen? Würden wir jemals in Zülpich ankommen? Wir hatten etwas Angst.
Seltsam. Da kam schon wieder dieses Nichts auf uns zu. Waren wir hier richtig? Die Frage konnten uns auch Einheimische nicht abschließend beantworten. Also besser wieder zurück in die Zivilisation - wenn wir schon nicht pünktlich erscheinen sollten, so wollten wir doch wenigstens überleben. Ein einheimischer Radrennfahrer konnte dann doch Informationen zu unserem Ziel beschaffen. Der Wirt einer wohl auch zum Schocken benutzten Kneipe wies uns mit einige kurzen, prägnanten Handbewegungen die Route zur Spielstätte. Gott sei Dank kannten wir den Weg schon: wir kamen wieder an unserer Ausladestelle vorbei. Knappe zwei Meter dahinter war der Eingang zur Schockbegegnungsstätte unter Tarnnetzen ganz fies vor uns versteckt worden. Da konnte auch der Reiseleier nichts machen. Aber egal, wir waren da.
Zeuchwart ermattete umgehend und flog raus. Die beiden verbliebenen Damen machten den Titel des ersten Zülpicher Stadtmeisters im Schocken unter sich aus. Eine gewann, die andere verlor. Das ist Schocken! Nun fieberten wir der Siegerehrung entgegen. Und hier kam es zur nächsten Überraschung: Der Veranstalter verlieh auch einen Ehrenpreis: das Team mit der weitesten Anreise wurde geehrt. Das waren wir! Uiii. Die Chance ließ sich der Zeremonienmeister nicht entgehen. Er entriß dem Turnierleiter den Pokal und das Mikro und richtete einige herzzereissende Worte ans Publikum: Dementia zu Gast bei Freunden. Ein schönes Motto. Von da an floss Freibier in unsere Kehlen. Das freute auch den Schatzmeiser. Dann wurden die Teams geehrt. Wir hatten leise Hoffnung, auch hier einen dritten Platz erreicht zu haben. Doch nichts war es, Dementia nur auf Rang 6. Hätten wir mal den Vize in die Statistikkommission entsandt, dann hätte das schon geklappt. Nun gut. Jetzt durfte Zeuchwart seinen Triumph auskosten. Der Cup für Platz drei wurde unserem Wettkampf-Ass überreicht.
Doch der Tag war noch lange nicht vorbei. Während des ganzen Tages wurden neue Beziehungen zu anderen Schockern geknüpft. So wurden wir von der Truppe Em Dörp zu einem Besuch ihres Vereinheimes eingeladen. Praktischerweise handelte es sich dabei um einen stadtbekannten Bierausschank, der auf den gleichen Namen wie der Club hörte. Ganz schön clever, so weiss man wenigstens immer, wer und wo man ist. Ein örtlicher Spediteur erklärte sich bereit, uns und unsere Beute dorthin zu kutschieren. Einmal angekommen, führten wir die Bieraufnahme fort, schockten eine paar Runden und warteten einige Momente auf die Ankunft der Gewinnerkarosse. Die Schatzmeiserfrau sollte auch den Rücktransport der erfolgreichen Schocktruppe übernehmen. Nach nur geringfügigen Verzögerungen erschien sie und wir traten müde aber zufrieden die Heimreise an.
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Aber nein, wir schafften es doch und kamen in Zülpich an. Bei der Gelegenheit ließen wir uns entspannt und etwas lässig ablichten. Schließlich galt es auch, eine Fotodokumentation anzufertigen. Die Abladestelle erwies sich als geschickt gewählt: ungefähr zehn Minuten vor dem Ausstieg erspähte Schatzmeiser ein Schild, das den Weg zur Spielstätte wies. Also Beine in die Hand und einige wenige Meter zurück getrabt.
Fünf Minuten vor Meldeschluß entrichteten wir unsere Startgebühr und wurden ordentlich beschriftet. So ausgestattet durften wir die Arena betreten. Wir waren beeindruckt. Es handelte sich um die Ruinen eines Gotteshauses, in dem hier geschockt wurde. Wow. Das war schon mal was. Nach einigen Begrüßungen durch Veranstalter, Bürgermeister etc. nahmen wir dann an unseren Tischen platz und schockten wenig später drauf los. Der Vize konnte sich dem Sport nicht ganz so eingehend widmen, mußte er doch die Leitung der Expedition wahrnehmen. Er entschloß sich daher, direkt die erste Möglichkeit wahrzunehmen, um aus dem Turnier auszuscheiden. Von da an lief unsere Unternehmung direkt viel flotter.
Einige Stunden, Schocks, Kölsch, Schnitzelbrötchen und Runden später war Zeuchwart der einzige, der noch von uns im Turnier blieb. Na immerhin saß er am Finaltisch. Zusammen mit Reinhold, der schon dem Schatzmeister und dem Zeuchwart Paroli geboten hatte, vertrat er das starke Geschlecht gegen drei Schockamazonen, die sich ins Finale geprügelt hatten. Reinhold und eine der Amazonen mußten dank Zeuchwarts hartnäckigen Auftreten die Waffen strecken. Es war geschafft: Zeuchwart war mindestens Dritter und ein Pokal war gesichert!
Damit gingen zwei Pokale nach Düsseldorf. Der Vize war zufrieden. Hatte er dem Präsidenten endlich bewiesen, dass er für höhere Aufgaben geeignet ist? Es sah danach aus.
Der Tag war lang und die Schocker waren müde. Dementia04 hatte den größten Erfolg der Vereinsgeschiche zu verbuchen. Nicht die Pokale - nein, wir haben unsere Botschaft in die Welt hinausgetragen. Würfel go!
