| Knobelfahrt XI |
| Samstag, 1. Oktober 2011 | |
|
Als die drei ersten schon ungeduldig den Zeuchwart erwarteten, meldete sich dieser endlich. Er schien aber in einer anderen Dimension zu weilen: der Weg zum Park war abgeschnitten, wo Zeuchwart war, war auch nur Zeuchwart. Ansonsten: das Nichts. Zeuchwart ist damit der erste Demente, der diese Grenzerfahrung machen durfte. Zumindest ließ sich aus dem Nichts noch in das Diesseits telefonieren. An strukturierte Kommunikation war aber nicht zu denken. Umso größer war dann die Freude, als der Zeuchwart dann doch den Sprung aus dieser entfernten Dimension schaffte und sich zu den drei Wartenden gesellte. Der Vize verzichtete auf einen Umweg durch das Nichts und erreichte den Park zwar spät, aber zügig. Nach einer gemeinsamen Inspektion der Umgebung konnte somit endlich geschockt werden. Zusätzlich dazu wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm abgearbeitet, bei dem im Schnelldurchlauf das lokale Schwimm- und Rutschbad begutachtet und im Anschluss der erste Zwischenstop an der Saunabar eingelegt wurde. Hervorragendes Wetter und eine Unterkunft in Strandlage ermöglichten im weiteren Verlauf sogar noch Open Air Schocken mit Seeblick. Das abendliche Kulturprogramm sah dann Bowling, Zappelbude und weiteres (Indoor-)Schocken vor. Doch dazu sollte es nicht kommen. Der erste Programmpunkt - Bowling - ließ sich noch gut an. Der Präsident entkam hier zwar nur knapp einer Hand-Amputation, da der Vereinsarzt aber nicht anwesend war, bestand keine wirkliche Gefahr. Der Punkt "Zappelbude" entwickelte sich dann jedoch enttäuschend. Zwar befand sich die Tanzfläche in Nähe der sanitären Örtlichkeiten (Pluspunkt) jedoch war sie komplett entvölkert. Auch Tanzeinlagen der Dementen änderten daran nichts. Schnell klärte sich diese Ignoranz jedoch auf: 2,30 m weiter wurde Karaoke zum Besten gegeben. Kaum hatten wir dies realisiert, hatte der Zeuchwart und Kapellmeister bereits seinen Hut in den Ring geworfen. Sein Medley aus Hello again und Trimm' Dich und halte Dich fit wurde von den Zuschauern frenetisch gefeiert. Als die ersten bereits ihre Plätze verließen, kannte Zeuchwart kein Halten mehr und räumte das Publikum vollends ab. Während die Messe damit für die meisten Dementen gelesen war und diese den Heimweg Richtung Strand antraten, konnte sich der Präsident nicht mehr loseisen. An Schocken in Vollbesetzung war somit in dieser Nacht nicht mehr zu denken und so entfiel der letzte Programmpunkt. Was sich noch beim Karaoke abspielte, wird auf ewig das Geheimnis des Präsidenten bleiben. Als er Stunden später den Bungalow erreichte, war er stumm wie ein Fisch. Es muss großartiges passiert sein. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|


